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Kirchengesetz über die Erprobung von Gottesdienstformen

Vom 5. März 1971

KABl. 1971, S. 61

Die Landessynode hat mit Zustimmung des Kirchensenates das folgende Kirchengesetz beschlossen:
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§ 1

Neben den in der Landeskirche und den Kirchengemeinden eingeführten Ordnungen des Gottesdienstes können in einzelnen Hauptgottesdiensten andere Gottesdienstformen nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen erprobt werden.
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§ 2

1 Bei der Gestaltung von Gottesdiensten in anderer Form müssen Verkündigung des Evangeliums und Gebet bestimmende Bestandteile sein. 2 Auf das in der Gemeinde vorhandene Verständnis des Gottesdienstes ist Rücksicht zu nehmen. 3 Die Mitwirkung der Gemeinde im Gottesdienst soll in angemessener Weise ermöglicht werden.
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§ 3

( 1 ) 1 Sollen Gottesdienste in anderer Form gehalten werden, so bedarf es eines übereinstimmenden Beschlusses von Pfarramt und Kirchenvorstand. 2 In den Beschluss ist die Form des Gottesdienstes in ihren Grundzügen aufzunehmen. 3 Ein Beschluss über regelmäßig wiederkehrende Gottesdienste in anderer Form ist jährlich zu überprüfen.
( 2 ) Wenn in der Kirchengemeinde ein Gemeindebeirat besteht, ist er vor der Beschlussfassung anzuhören und an der Überprüfung nach Absatz 1 zu beteiligen.
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§ 4

Gottesdienste in anderer Form sollen mit der Gemeinde rechtzeitig vorbereitet werden.
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§ 5

Dem Kirchenkreisvorstand ist über Beschlüsse nach § 3 Abs. 1 zu berichten.
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§ 6

Das Landeskirchenamt erlässt die erforderlichen Ausführungsbestimmungen.
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§ 7

Dieses Kirchengesetz tritt am Tage nach seiner Verkündung in Kraft.
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Unter Bezugnahme auf den Beschluss der 17. Landessynode vollzogen.
Hannover, den 5. März 1971.
Der Kirchensenat der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
D. Lilje
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